Ein Hund soll es sein. Sie sind sich wirklich sicher???!

Was also tun? Da sind zu Anfang viele Fragen offen, auf die Sie hier vielleicht Antworten und Anregungen bekommen können.

Zunächst mal ist ja wichtig, was für ein Hund es sein soll?

Welche Rasse, soll er vom Züchter kommen oder wollen Sie sich einem Hund aus dem Tierheim annehmen? Welpe, Junghund oder vielleicht sogar Grau-Schnauze?

Rüde oder Hündin? Welche Rasse passt am besten zu Ihrer Lebenssituation? Leben Kinder in Ihrem Haushalt oder andere Tiere? Was wollen Sie mit Ihrem neuen Familienmitglied zukünftig machen?

Unendlich viele Fragen, die Sie vor der Anschaffung eines Hundes überdenken sollten.

Wahrscheinlich haben Sie beim Lesen dieser Zeilen schon den ersten Stöhner von sich gegeben: "Was soll das alles - ich wollte doch nur einen Hund anschaffen...?"

Leider denken viel zu viele Menschen noch heute so. Und viele dieser so unüberlegt und spontan angeschafften Vierbeiner landen dann genauso spontan im Tierheim. Aus den unterschiedlichsten Gründen werden Hunde angeschafft und wieder abgeschafft.

Einen Hund anzuschaffen ist leicht, ihn artgerecht zu halten und zu erziehen ist schwer und es wird in der heutigen Zeit und in der Gesellschaft, in der wir leben, leider immer schwieriger. Der Hund ist ein hochsoziales Tier. Kein anderes domestiziertes Tier teilt sich in so viele verschiedene Rassen wie der Hund und doch haben Sie alle etwas gemein: Sie stammen alle vom Wolf ab! Der Yorkshire Terrier ebenso wie einer der grössten der Gattung Hund - der Irische Wolfshund.

Ist Ihnen auch klar was das bedeutet? Vieles vom Erbgut Wolf steckt noch in unserem vierbeinigen Freund. Bei manchen Hunden, wie z.B. bei ver-schiedenen Jagdhunderassen, wurde durch gezielte Zucht sogar eine Verfeinerung oder Spezialisierung bestimmter Verhaltensweisen erreicht. So z.B. das Pointen, das Aufstöbern oder das Verfolgen des Fuchses bis in seinen Bau usw.

Nun aber zunächst mal zu den wichtigsten Dingen, die man vor dem Hundekauf berücksichtigen sollte.

Welche Rasse soll es sein?

Diese Frage ist wahrscheinlich meistens die am leichtesten zu beant-wortende; denn wenn man sich mit dem Gedanken trägt einen Hund an-zuschaffen, dann hat man meist auch schon eine bestimmte Rasse im Kopf.

VORSICHT! Ich warne Sie davor, sich einen Hund nur nach dem Aussehen seiner Rasse auszusuchen. Viele Hunde vieler Rassen sehen hervorragend aus, von lieb bis respekteinflössend, stromlinienförmig bis bullig, sportlich bis gemütlich. Aber wie so oft im Leben gilt auch hier: Der Schein kann trügen!

Ein Kuvasz etwa, sieht von seiner äusseren Erscheinung her aus wie ein zahmes Lämmchen. Sein weisses dichtes und lockiges Fell hat er aber nicht seiner Liebenswürdigkeit wegen, sondern damit er in einer Herde Schafe nicht auffällt und eventuelle Angreifer so leichter in die Flucht schlagen kann. Er ist ein "Arbeitstier", speziell für den Herdenschutz gezüchtet.

Hundebesitzer, die diese selbständigen Hunde nicht von Welpenbeinen an in die Schranken verweisen, konsequent erziehen und ihnen eine „Arbeit“ anbieten, können Probleme bekommen.

Ein weiteres Beispiel ist auch die Tibet-Dogge oder Tibet-Mastiff. Ein Hund von der Grösse eines Bernhardiners mit dem Blick eines Golden Retrievers. Abgesehen davon, dass dieser Hund ein guter Beschützer mit hoher Toleranzschwelle ist, beginnt seine "Arbeitszeit" in der Dämmerung. D.h. er beginnt zu bellen, um evtl. Feinde fernzuhalten, wenn die Kinder Ihrer Nachbarn gerade schlafen gehen sollen. Ein imposanter Hund mit weniger imposanten Eigenschaften, wenn man nicht gerade auf einem Aussiedlerhof wohnt.

Jagdhunde, wie z.B. der Irish Setter oder Deutsch Kurzhaar oder der Weimaraner, heissen nicht umsonst Jagdhunde - sie "jagen" leidenschaftlich gerne. Wenn man nicht gerade selbst Jäger ist sollte man sich also überlegen, ob man damit leben kann oder will oder ob man bereit ist, den Hund so zu erziehen, dass man ihn "jagdlich unter Kontrolle" hat.

Die "leichtführigen" Retriever (ob Labrador, Golden oder Flat Coated) haben zwar den vielzitierten "will to please", d.h. sie sind bereit ihrem Besitzer alles recht zu machen. Doch jeder Hund braucht zunächst mal eine konsequente Erziehung. Es gibt keine Rasse, die sich "praktisch von alleine erzieht".

Immer wieder gibt es die sogeannten "Moderassen". Vor 10 Jahren war es der Golden Retriever, dann der Labrador Retriever, dann kamen die Dalmatiner usw.

Z.Z. sind gerade mal die Border Collies und Australien Shephards (eigentlich ein unpassender Name, denn dieser Shephard kommt ursprünglich aus den USA) dran. Nun denken viele, sie können sich so einen hübschen, sportlichen und überaus intelligenten Hund ins Haus holen. Wie man leider täglich in den Anzeigen in Zeitungen und im Internet lesen kann, werden diese armen Geschöpfe dann im Alter von mehreren Monaten bis Jahren aus Zeitmangel wieder abgebeben. Würde man sich vorher über die Rassen und deren Ansprüche an Haltung und Besitzer informieren, wäre vielen Menschen vorher schon klar, dass es beinahe unmöglich ist, einem solchen Hund die Beschäftigung zu bieten, die er benötigt. Es sei denn man hat eine Herde Schafe zur Verfügung oder richtig viel Zeit für "Ausgleichsarbeit", wie Agility, Dogdancing usw.

Die Hunde sind eben gerade in Mode, da wird gezüchtet was das Zeug hält und die sogenannten "Züchter" geben die Tiere dann oft leichtfertig leider an Menschen, denen nicht klar ist, dass solche Hunde im wahrsten Sinne des Wortes "keine normalen Hunde" sind. Bei diesen beiden Rassen handelt es sich tatsächlich um "Arbeitstiere", die, wenn nicht ausgelastet, zu extremen Nervensägen mutieren können. Diese sensiblen Hunde können sogar durch "Langeweile"  krank werden oder kompensieren mit Aggression gegen Artgenossen oder Menschen, entwickeln Jagdtrieb, den eigentlich kein Hütehund haben sollte usw.

Machen Sie sich also intensiv mit der bevorzugten Rasse vertraut und prüfen Sie genau, ob der gewünschte Hund auch in Ihre Wohn- und Lebenssituation passt, sonst erleben Sie wohlmöglich Ihr blaues Wunder.

Huskies brauchen eine Aufgabe und sehr viel Bewegung.  Diese Hunde lieben es Schlitten zu ziehen.

Wenig sinnvoll ist es, sich einen Hund anzuschaffen, weil die Rasse gerade so häufig in der Fernsehwerbung auftaucht. Sicherlich ist ein Golden Retriever, der eine Kiste Waschmittel apportieren kann, niedlich anzusehen und auch ein Border Collie, der mit Kindern spielt und Kunststücke vorführt scheint ein geeigneter Familienhund zu sein. Auch Kommissar Rex, der schlaue Schäferhund, fasziniert uns durch seine Intelligenz.

Aber Hunde sind keine Wundergeschöpfe. Es bedarf stunden-, tage-, und wochen-, wenn nicht monatelanger Arbeit einem Hund gewisse Dinge bei-zubringen. Kunststückchen vollführt der Hund nicht aus dem FF. Sitz und Platz und auch das Beifuss-Gehen an der Leine und in der Freifolge muss der Hund erst lernen. Es ist nicht, wie etwa Jagdverhalten, in seinen Genen manifestiert und erfordert von uns Geduld und Einfühlungsvermögen.

Viele Hundebesitzer sind enttäuscht, wenn der Hund nun nicht ihren Vorstellungen entspricht. Wenn er nicht gleich "Sitz" macht oder "Männchen" oder den Ball nicht apportiert, wie man es von ihm erwartet.

Ratsam ist es immer sich vor der Anschaffung ein Buch über die gewünschte Rasse zu kaufen und dieses auch aufmerksam zu lesen.

 Der Züchter

Wer einen Hund vom Züchter haben möchte sollte auf folgendes achten:

Was für eine Art von Zucht benötigen Sie für Ihre "Zwecke"?

Es gibt heutezutage die verschiedensten Klassifizierungen für die Hunde-Zucht: "Gebrauchshundezucht", "Leistungszucht" oder gar die "Körzucht". In Züchteranzeigen ist immer wieder zu lesen: Champion sowieso oder Sieger-zucht daundda. Nun mal ganz ehrlich, brauchen wir einen Champion zu Hause oder einen guten Kumpel? Um Ihnen reinen Wein einzuschenken müsste Ihnen der Züchter sagen, dass ein Hund aus einer Leistungs- oder Körzucht seinem Besitzer sehr viel mehr abverlangt als ein ganz normaler Hund aus einer Hobby-/Liebhaberzucht.

Hunde aus Leistungs- und Körzuchten sind meiner Meinung nach nicht für den Otto-Normal-Verbraucher geeignet. Mit diesen Hunden muss man tagtäglich arbeiten. Sei es Unterordnung (die jeder Hund jeder Rasse und Zuchtart natürlich sowieso benötigt), sei es Agility, Fährtenhundausbildung oder gar eine Ausbildung in der Rettungshundestaffel. Wenn Sie so sportlich sind über viel Freizeit verfügen und auch einen agilen sportlichen Hund wollen, dann ist so ein Hund vielleicht für Sie geeignet. Nicht aber, wenn Sie einen Familienhund haben wollen.

Familienhunde sollten aus einer ganz normalen aber gewissenhaften Zucht kommen. Dass diese Hunde keine Champions sind, heisst nicht etwa, dass sie schwer von Begriff wären oder etwa langweilig. Diese Hunde sind meist die angenehmeren Hausgenossen, weil sie einfach ruhiger und ausgeglichener sind und nicht permanente Beschäftigung vom Besitzer fordern. Ein nicht ausgelasteter Hund kann, wenn man Pech hat, auf Dauer ein richtiger Problemhund werden, der seine Langeweile mit Aggression und Zer-störungswut kompensiert.

Wie alt sind die Welpen bei der Abgabe an den neuen Besitzer?

Das beste Alter einen Welpen von seiner Mutter zu trennen ist ab der 8. Lebenswoche. Vorteilhaft wäre, wenn Sie bereits ein bis zwei Wochen vor dem Abgabetermin den ausgesuchten Welpen öfter besuchen und sich mit ihm beschäftigen könnten.

Können Sie die Mutter der Welpen besichtigen?

Wichtig ist, dass eine Mutterhündin vorhanden ist. Ansonsten - Finger weg. Suchen Sie sich einen anderen Züchter und lassen Sie sich auch nicht von evtl. Ausreden blenden. Ist kein Muttertier vorhanden dann sind Sie wohlmöglich bei einem "Händler" gelandet. Diese "Händler" beziehen die Welpen oftmals aus europäischen Nachbarstaaten. Die armen Würmchen kommen von Massenvermehrern und haben oft stundenlange Fahrten ohne Wasser und Futter hinter sich bringen müssen, um dann hier in Deutschland billig "verscherbelt" zu werden.

Finger weg, wenn in Zeitungs- oder Internetanzeigen steht "Der Hund kann gebracht werden". Es ist immer ratsam, sich die "Zuchtstätte", aus der der Hund kommt genau unter die Lupe zu nehmen. Solche Hunde stammen ebenfalls häufig aus anderen europäischen oder auch aus deutschen sogenannten "Massenzuchten", was natürlich verheimlicht werden soll. Unterstützen Sie solche Tierquälereien besser nicht.

Wenig ratsam ist es ausserdem einen Hund bei einem "Züchter" zu kaufen, der gleich mehrere Rassen anbietet. Solche Menschen "züchten" in der Regel nur zum Zwecke des Profits und nicht aus Liebe zum Hund oder etwa zu einer bestimmten Rasse.

Wo lebt die Mutter mit Ihren Welpen?

Leben die Welpen noch mit ihrer Mutter zusammen oder hat der Züchter sie bereits getrennt. Besser ist es immer, wenn die Welpen bis zur Abgabe an den neuen Besitzer mit ihrer Mutter zusammen sind. In dieser Phase bringt ihnen die Mutter auch noch vieles bei was zur Entwicklung des Sozial-verhaltens wichtig ist. Leben die Welpen mit Mutter im Zwinger oder im Haus mit Familienanschluss dann ist das o.k.

Wo kommt der Vater der Welpen her?

Eine wichtige Frage - wer ist der Papa. Lassen Sie sich die Adresse der Besitzer geben oder die Papiere zeigen. Lassen Sie sich aber nicht von Erzählungen beeindrucken. Bei Mischlingen ist auch immer interessant zu wissen, welcher Rasse der Papa angehört.

Wie geht der Züchter mit Hündin und Welpen um?

Achten Sie auf Ihren ersten Eindruck vom Züchter und beobachten Sie, wie er mit seiner Hündin und den Welpen umgeht. Dann werden Sie sicher merken, ob Sie einen Züchter aus "Liebe zur Rasse und zum Hund" oder nur einen "Züchter" vor sich haben.

Leben Kinder und/oder andere Tiere in der Züchterfamilie

Haben Sie selbst Kinder und/oder andere Tiere, dann ist diese Frage auch wichtig für Sie. Je früher Welpen lernen, mit Kindern und anderen Tieren umzugehen, desto besser. Allerdings müssen natürlich auch Ihre eigenen Kinder den Umgang mit einem Hund lernen, damit der Welpe nicht gleich schlechte Erfahrungen macht und der Anblick eines Kindes für ihn nicht Panikattacken, sondern Spiellust weckt.

Sind die Welpen zutraulich oder eher schreckhaft?

Sind die Welpen schreckhaft, d.h. weichen sie von Ihrer Hand zurück und wollen sich nicht anfassen lassen - dann lassen Sie die Finger weg! Gesunde, gut sozialisierte Welpen gehen freudig auf jedermann zu und zeigen Ihre Zuneigung, indem sie unsere Kleidung, Schuhe oder Hände beknabbern oder uns zur Begrüssung das Gesicht lecken.

Ein Züchterbesuch ist nichts für "Saubermänner". Ziehen Sie sich also gleich Ihre älteste Jeans an und die Turnschuhe, die Sie vor 2 Jahren schon entsorgen wollten.

Sind die Welpen normal gebaut oder machen sie einen eher aufgeblähten Eindruck?

Ist der Bauch der Welpen stark aufgebläht dann stimmt etwas nicht. Dies könnte für eine starke Verwurmung der Welpen sprechen. Auch hier gilt - Hände weg! Dieser Züchter geht nicht verantwortungsvoll mit seinen Hunden um und ist das Geld sicher nicht wert. Sehen Sie sich die Welpen genau an: Ein gesunder Welpe ist verspielt und zutraulich, er hat glänzendes Fell und klare Augen und keine Flöhe!

Fühlen Sie sich vom Züchter gut beraten oder drängt er Sie nur, einen Hund bei ihm zu kaufen?

Legen Sie sich Ihre Fragen über den Wunschhund zurecht bevor Sie zum Züchter Ihrer Wahl gehen. Im günstigsten Fall haben Sie sogar schon ein Buch über die bevorzugte Rasse gekauft und auch gelesen. Nun zählt auch, was der Züchter Ihnen über die Rasse und die einzelnen Welpen sagen kann. Oder drängt er Sie nur zum Kauf?

Ein Welpe kommt ins Haus

Entscheidung gefallen?

Dann kann es ja losgehen. Ich verspreche Ihnen - die nächsten Jahre mit Ihrem neuen vierbeinigen Freund werden äusserst spannend.

Wenn Sie nun Ihren kleinen, süssen, putzigen Freund ins Haus holen, sollten Sie gut vorbereitet sein. Ein guter Züchter wird Ihnen sicher Futter für die nächsten Tage mitgegeben haben.

Sie sollten dann für folgendes sorgen:

Körbchen oder Deckchen

Futternapf und Trinknapf

Halsband

Leine

Zeitungspapier

Haushaltsrolle

Zu Hause angekommen sollten Sie dem Welpen zunächst Futter und Wasser zur Verfügung stellen und ihm dann sein Deckchen/Körbchen zeigen. Lassen Sie ihn dort ausruhen. Der Ortswechsel und die Trennung von Mutter und Geschwistern bedeutet für den Kleinen enormen Stress. Geben Sie ihm etwas Zeit.

Für die nächsten Wochen gilt folgendes:

Ausschlafen fällt aus!

Stattdessen sollten Sie jederzeit Schuhe griffbereit haben und den Welpen sofort nach draussen führen wenn er gefuttert oder getrunken hat, aber auch wenn er vom Schlafen aufwacht oder gerade mit Ihnen gespielt hat. Welpen sind in der Lage von jetzt auf gleich jede Menge Urin in der Wohnung zu verteilen.

Um keine Pfützen im Hausflur zu hinterlassen ist es empfehlenswert, den Hund in dieser Situation auf den Arm zu nehmen und ihn nach draussen zu tragen.

Im Schnitt sollten Sie sowieso ca. alle 2 Stunden mit dem Welpen nach draussen gehen. Je öfter er sein Geschäft draussen macht dafür gelobt wird umso schneller begreift er, was von ihm erwartet wird. Sollte allerdings mal wieder etwas daneben gehen, dann schimpfen Sie nicht, denn es ist sowieso Ihre eigene Schuld. Hätten Sie besser aufgepasst und die Vorzeichen erkannt, dann wäre es nicht schiefgegangen :-)). Ausserdem nutzt schimpfen in dieser Situation nichts. Der Welpe ist einfach noch nicht imstande diese Bedürfnisse "einzuhalten". Das ist die Situation, die Zeitungs- oder Haushaltspapier erfordert.

Aber das ist ja noch nicht alles. Nicht nur dass Sie nun darauf achten müssen, dass die Wohnung trocken bleibt - nein!

Da gibt es jede Menge anderer Dinge, die man beachten sollte. Welpen haben ein ausgeprägtes Kauverlangen und knabbern alles an, was ihnen zwischen ihre kleinen spitzen Beisserchen kommt. Nach ein paar Tagen intensiver Bearbeitung können dann auch die Turnschuhe, die Sie vor zwei Jahren schon wegwerfen wollten endgültig in den Müll. Bringen Sie also möglichst alles was Ihnen wertvoll ist vor dem kleinen Rabauken in Sicherheit und bieten Sie ihm statt Ihrer Lieblingshose oder den Kuschelsocken lieber einen Kauknochen oder stabiles, für das Kaubedürfnis geeignetes, Spielzeug an. Im Fachhandel finden Sie davon reichlich. Ein Hund kennt nicht den Unter-schied zwischen neu und alt, daher sollte er besser grundsätzlich keine Socken, Schuhe oder sonstige Kleidungsstücke zwischen seine Zähnchen bekommen.

Bedenken Sie bitte auch, dass sich ein Welpe erst an Halsband und Leine gewöhnen muss. Da die Welpen das oftmals noch nicht kennen seien Sie bitte geduldig und behutsam aber auch konsequent.

Besuchen Sie eine Welpenspielgruppe und lassen Sie sich dort nützliche Tipps geben. Hier lernt auch Ihr Welpe, mit den Hunden verschiedenster Rassen umzugehen. Wegen der vielen optischen Unterschiede in der Rasse-vielfalt ist eigentlich der beste Welpenkurs der, der für alle Rassen zu-gänglich ist, damit die Hunde lernen, mit den nonverbalen Signalen anderer Rassen oder auch einfach nur mit dem Erscheinungsbild anderer Hunde klarzukommen.

Für das Sozialverhalten der Hunde untereinander ist eine Welpenspielgruppe meiner Meinung nach unerlässlich. Allerdings kommt es auch auf den Leiter dieser Gruppe an. Dieser sollte möglichst anschaulich erklären können, worauf es bei der Welpenerziehung ankommt und Ihnen klarmachen, das auch Welpen schon in ihre Grenzen austesten. Er oder sie sollte die Gruppe im Griff haben und nicht dulden wenn eine Gruppe Welpen einen einzelnen mobbt. Im Welpenkurs gilt: Alter von 8 - 16 Wochen. Ältere Hunde gehören nicht mehr in den Welpenkurs.

Ein Hund aus dem Tierheim

Besuchen Sie doch regelmässig die Tierheime in Ihrer Umgebung. Irgendwann werden Sie sich dann sicher einen Hund aussuchen - oder vielleicht werden ja auch Sie vom Hund ausgesucht...

Lassen Sie sich im Tierheim beraten und über den ausgesuchten Hund so gut es geht informieren. Bei Fundtieren ist es leider nicht immer möglich viel Information zu bekommen. Vielleicht arbeitet das Tierheim mit einem Hundepsychologen zusammen, der die Hunde charakterlich einschätzen kann und Ihnen in den ersten Wochen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Sicherlich ist ein Hund aus dem Tierheim aus unserer Sicht ein armes bemitleidenswertes Geschöpf. Aber Mitleid bringt uns beim "Opportunisten" Hund nicht weiter. Der Hund wird vermutlich kurz nachdem er das Tierheim verlassen hat und bei Ihnen eingezogen ist, versuchen seine Grenzen auszutesten. Unter Umständen wird er gleich die Polsterung Ihres Sofas testen und Ihnen nach einiger Zeit deutlich klar machen, dass er diesen schönen Platz für sich ganz alleine beansprucht. Er wird vielleicht auch sein respekteinflössendes Gebiss zur Schau stellen, wenn Sie ihm beim Fressen zu nah kommen. Tun Sie sich selbst einen Gefallen und weisen Sie ihn vom ersten Tag an in seine Schranken. Füttern Sie ihn ein paar Wochen mit der Hand und bringen Sie ihm behutsam aber konsequent bei, dass er auf erhöhten Plätzen nichts verloren hat. Bieten Sie ihm alternativ eine Decke oder einen Korb an einer Stelle an, wo Sie nicht wohlmöglich ständig über ihn drübersteigen müssten. Wenn er ruht soll er sich dort aufhalten.

Leider begehen viele Menschen den Fehler, dem Hund anfangs einige Frei-heiten zu gewähren. Er hat es ja auch die letzten Wochen oder Monate im Tierheim nicht so schön gehabt...

Das kann aber ins Auge gehen. Und wenn das Kind dann in den Brunnen ge-fallen ist, muss der Hund zurück ins Tierheim. Ich kann nur raten: Nichts ist besser für Hund und Mensch als Konsequenz von Anfang an.

Bei Problemen ist es immer besser zunächst den Tierschutz anzurufen. Dort kann man Ihnen sicher mit der Adresse einer Hundeschule weiterhelfen oder auch mal einen nützlichen Tipp geben. Lesen Sie nicht zuviele Bücher über Hundeerziehung, denn es geht ja um Sie und Ihren Hund. Gehen Sie lieber zu einem geeigneten Hundepsychologen, der sich die Situation genau ansehen kann und entsprechend helfen wird. Eines muss Ihnen allerdings klar sein: Zuerst müssen Sie etwas lernen, dann lernt der Hund auch etwas von Ihnen.

Ein Hundepsychologe wird Ihnen nützliche Tipps zum Charakter Ihres Hundes geben und Sie intensiv bei der Erziehung Ihres Vierbeiners unterstützen. Je mehr Sie über das Verhalten des Hundes an sich und dann auch über Ihren eigenen Hund erfahren um so nützlicher ist es für das Zusammenleben. Sie werden sicher feststellen, dass Sie im Alltag einige Fehler im Umgang mit Ihrem Hund gemacht haben, denn das Verhalten eines Hundes ist zum grössten Teil das Ergebnis unserer Inkonsequenz oder falschem Verhalten unserem Hund gegenüber. Schämen Sie sich bitte nie dafür, es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen und Sie haben den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, indem Sie eine/n Fachmann/-frau fragen, wie man es besser machen kann.

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, die mich verzweifelt um Hilfe gebeten hatten, bereits nach 2 Einzelstunden schon begeistert waren, wie viel sich schon zum Guten verändert hatte.

Und genau das ist es, was meine Arbeit so interessant und befriedigend macht.

Menschen, die bereit sind etwas über ihren vierbeinigen Hausgenossen zu lernen und das neue Wissen umsetzen, werden im Hund immer einen geleh-rigen, willigen Begleiter finden. Und über diese Erfolge freue ich mich immer sehr!

Grundsätzlich gilt: Hunde brauchen Grenzen

Ein Hund, der keine Grenzen aufgezeigt bekommt, verschwendet sehr viel Energie darauf, zu testen, wie weit er gehen kann. Eine konsequente Er-ziehung von Anfang an ist das beste Mittel dem entgegenzuwirken. Und dann können Mensch und Hund auch in Harmonie miteinander leben und ihre Energie in positive Dinge investieren.

Der Hundepschologe / Hundetrainer / Die Hundeschule

Scheuen Sie sich bitte nicht, den Menschen, den Sie für seinen Rat bezahlen müssen und der es in der Hand hat aus Ihnen und Ihrem Hund ein gut funk-tionierendes Team zu machen, nach seinem Studium und seiner Ausbildung zu fragen. Es gibt leider auch heute noch zu viele „Hundetrainer“,  die weder über ein Studium der Hundepsychologie noch über eine sonstige fundierte, durch Zertifikate oder Diplome nachgewiesene Ausbildung verfügen.

Diese Leute haben nur selten das Wissen und die Fähigkeit Ihnen bei wirklich ernsten Verhaltensproblemen Ihres Hundes weiterzuhelfen und hier kann dann mehr schief gehen als Nutzen bringen.

Gute Hundetrainer oder Hundepsychologen bilden sich nicht ein, sie wüssten alles, bilden sich im Sinne Ihrer Kundinnen und Kunden regelmäßig weiter und geben Ihnen auch gerne Auskunft über ihre Qualifikation.

Verlassen Sie sich auch auf Ihr Bauchgefühl in der ersten Stunde. Leuchtet Ihnen ein, was der "Ausbilder" Ihnen über Ihren Hund und sein Verhalten sagt und fühlen Sie sich wohl? Wenn nicht, dann sagen Sie das ehrlich und lassen Sie sich nicht drängen, zuviele Stunden bei jemandem zu absolvieren, der Ihnen nicht wirklich sympathisch ist. Denn Ihre innere "Ablehnung" überträgt sich auch auf Ihren Hund und dann leidet im Zweifel der Lernerfolg - Ihrer sowie der Ihres Hundes!

wird forgesetzt …

Dieser Ratgeber wurde von Claudia Loschnat verfasst und gehört ausschliesslich dogperfect.

Kopieren dieses Textes ist untersagt und wird strafrechtlich verfolgt.

Da dieser Ratgeber immer wieder überarbeitet und ergänzt wird erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.